Aschaffenburg, dich kannte ich nur durch ein Zugfenster. Die Stadt ist der klassische ICE-Halt auf dem Weg nach Frankfurt – und auch auf der Autobahn das Zeichen, dass man bald da ist. Großer Fehler hier nicht anzuhalten, wie sich rausgestellt hat, denn Aschaffenburg hat mir wirklich gut gefallen. Die Verschmelzung von bayerischer und hessischer Kultur, hier in der oberen Ecke der bayerischen Landkarte, ist charmant. Die Menschen sind offen und aufgeschlossen und die Park- und Schlossanlagen über dem Main ziemlich hübsch anzuschauen. Auch kulinarisch kommt man in „Aschebersch“ auf seine Kosten und findet ein paar hübsche Optionen zum Nächtigen: Der Zwischenstopp ist es also unbedingt wert.

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Was tun in Aschaffenburg?

Schloss Johannisburg & Pompejanum

Das Klima meint es gut mit Aschaffenburg: milde Temperaturen und das Maintal sorgen bei schönen Wetter für ein bisschen Mittelmeer-Feeling am Hafen wie auch in den Parkanlagen oben am Schloss und am Pompejanum. Kein Wunder also, dass Aschaffenburg selbstbewusst den Beinamen „bayerisches Nizza“ trägt, wenn auch das für das Stadtbild so prägende Pompejanum eine im Auftrag von König Ludwig dem I. nachgebaute römische Villa ist. Aber Rom oder Nizza, Hauptsache Frankreich – oder wie war das?

So oder so: ein Spaziergang in den romantisch angelegten Gärten über dem Main ist wunderschön und sollte unbedingt ins Programm integriert werden. Vom Schloss aus lässt sich über eine kleine Treppe und entlang der Schlossmauer wunderbar hinüber zum Frühstückstempel und zum Pompejanum flanieren, das man – genau wie das Schloss – natürlich auch besichtigen kann.

Park Schöntal

Ein weiterer hübscher Park direkt in der Innenstadt ist der Park Schöntal. Die verwunschene Kirchenruine bildet quasi das Tor zum Park, der fußläufig mit einem Kaffee oder ein paar Kleinigkeiten zum Essen aus der Innenstadt liegt und mit seinen Weiden und Bächlein ein idealer Platz für eine kleine Auszeit ist.

Zum Goldenen Ochsen

Kulinarisch war mein Highlight in Aschaffenburg ein Nachmittag und Abend in der Küche und im Restaurant von Florian Löffler und Nadine Gala: Dem Restaurant Oechsle im Gasthof „Zum Goldenen Ochsen“. Die beiden haben ihre gastronomischen Wanderjahre in der Sternegastronomie verbracht und gemeinsam einen Betrieb im Norden Deutschlands geführt, bevor sie zurück in Löfflers Heimat nach Franken gekommen sind.

Der Gasthof zum Goldenen Ochsen ist ein mit Herzblut geführter Familienbetrieb, wie er im Buche steht: hier lässt es sich bestens Übernachten, persönliche Beratung für Aktivitäten vor Ort natürlich inklusive. Die sympathischen Gastgeber sind stets präsent und stehen hinter dem was sie tun, bedacht um das Wohl ihrer Gäste hat hier alles Hand und Fuß – vom Wohnerlebnis bis zum Abendessen auf dem Teller.

Die Karte im Restaurant ist nicht einfach nur „regional“. Was Florian Löffler hier tut ist durchdacht, nachhaltig, raffiniert und trotzdem bodenständig genug, dass alles als „Wohlfühlküche“ durchgehen mag. Löffler redet nicht einfach nur von guten Produkten aus der Region – er lebt dieses Konzept der Küche und genießt sichtlich die Freiheit, die dabei hat. Die Zwänge aber nicht Handwerk und die Finesse der Sterneküche hinter sich gelassen verwöhnt er seine Gäste zum Beispiel mit sensationellen alten Tomatensorten von Main Tomatenglück, mit krauser Glucke oder dem Backhendl im Heu. Für mich kommt ein Main-Zander auf den Tisch, der am Morgen noch von Mainfischer Grimm bei strömendem Regen (unter meiner Anwesenheit übrigens…) aus dem Fluss gerade ein paar hundert Meter Luftlinie gezogen worden ist.

Hier im Goldenen Ochsen kann man genauso ein feines Menü genießen, wie einfach auf einen im Apfelwein geschmorten Schweinebraten einkehren. Die sorgsam zusammengestellte Weinkarte hält nicht nur eine schöne Auswahl vor allem fränkischer und deutscher Weine, sondern auch kleine Karten mit Erklärungen zu Bodenbeschaffenheiten und Rebsorten bereit – tolle Idee!

Ganz ist Florian Löffler dem Guide Michelin aber auch hier in Aschaffenburg nicht entkommen -und das ist gut so: Ein Bib Gourmand ist hier nicht nur wohlverdient, das Restaurant ist auch ein hervorragendes Beispiel dieser Auszeichnung des Guide. Gute, oft regional bezogene Küche, beste Zutaten und das zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis: trifft zu. Hier lohnt es sich, bei jedem „Vorbeifahren“ einen Stop einzulegen.

Zum Goldenen Ochsen
Karlstraße 16
63739 Aschaffenburg
Tel: +49 6021 23132

Restaurants in Aschaffenburg

Neben dem Goldenen Ochsen gibt es natürlich noch ein paar weitere Stationen in Aschaffenburg, bei denen man nicht nur satt wird, sondern wo es sich auch zu essen und / oder zu trinken lohnt.

Pier 18

Ein charismatischer Australier, der über die Karibik in Aschaffenburg gelandet ist. Der Liebe wegen – aber auch die Liebe zur neuen Heimat hat nicht lange auf sich warten lassen. Der gelernte Koch Troy Smith ist mit allen (kulinarischen) Wassern gewaschen, international und karibisch inspiriert. Daraus entsteht eine Speisekarte, die ich persönlich sehr mag: Cajun- und Lateinamerikanische Einflüsse, viel Fisch, Curries, eine Ceviche – trotzdem fehlen hier aber die regionalen Bezüge nicht. Das Ambiente im Pier 18 mit Blick auf den Main in dem verglasten, runden Restaurant ist sehr schön und hier kann man wahrlich einen gemütlichen, kulinarischen Abend verbringen.

Pier 18
Am Floßhafen 20
63739 Aschaffenburg
Tel: +49 6021 5850762

Schlappeseppel

Wer nach dem Klassiker in Aschaffenburg sucht, was Bierstube und traditionelles Essen angeht, der ist hier richtig aufgehoben. Seit 1631 besteht die Brauereigaststätte und ist damit die älteste Wirtschaft in Aschaffenburg. Gekocht wird sehr bodenständig und auch wenn sicher noch Luft nach oben ist: eine Bratwurst und ein Bier in der gemütlichen Atmosphäre zwischen Wanderern und Stammtischen gehen allemal. Aber nicht wundern – das Bier der Schlappeseppel Brauerei sucht man hier mittlerweile vergebens, es kommt Faust Bier aus dem Zapfhahn.

Brauereigaststätte Schlappeseppel
Schloßgasse 28
63739 Aschaffenburg
Tel: +49 6021 25531

Hotels in Aschaffenburg

Konventchem am Stiftsberg

Neben dem Goldenen Ochsen (siehe oben) gibt es noch einen weiteren Tipp zum Nächtigen in Aschaffenburg.
Ich bin in den Genuss gekommen, im schönen Konventchen am Stiftsberg zu wohnen, und kann dieses Erlebnis nur jedem mempfehlen. Die Themen-Zimmer sind stilvoll und modern, es fehlt an nichts und man fühlt sich wirklich wohl. Eingebettet in altes Fachwerk wurde hier behutsam aber konsequent renoviert, und die Zimmer und Ferienwohnungen verteilen sich mittlerweile auf zwei Gebäude.
Im Foyer des Stammhauses befindet sich eine große Küche und ein großer Esstisch, an dem alle Gäste des Hauses gemeinsam zum Frühstück sitzen (wie im Hotelchen am Theater in Erlangen). So ein schönes Konzept und noch besseres Frühstück, freundliche Gastgeber und eine tolle zentrale Lage: hier würde ich jederzeit wieder einziehen!

Konventchen am Stiftsberg
Stiftsgasse 13
63739 Aschaffenburg
Tel: +49 6021 219478

Kulinarisch Einkaufen in Aschaffenburg

Fischerei Grimm

Als einer der letzten seiner Zunft fischt Jochen Grimm noch im Main. Was er fängt, kann man zusätzlich zu dem, was aus eigener Zucht stammt, regelmäßig auf dem Markt in Aschaffenburg, Offenbach und Amorbach erwerben. Dass Fischerei hartes Handwerk ist, das bei Wind und Wetter stattfinden muss, habe ich selbst miterleben dürfen – hier ein paar Eindrücke von meinem Fisch-Ausflug mit Jochen Grimm in Aschaffenburg:

Fischerei Grimm
Tel: +49 6021/5851956
Mittwoch & Samstag: Markt Aschaffenburg
Donnerstag: Markt Amorbach
Freitag & Samstag: Markt Offenbach

Fromagerie Geiss

Über die Fromagerie Geiss bin ich ganz zufällig gestolpert. Die enorme Käse-Theke hat mich neugierig gemacht. Drinnen habe ich erfahren, dass die Fromagerie Geiss eine echte Institution ist: der Senior steht unermüdlich auf dem Aschaffenburger Wochenmarkt und berät gerne ausführlich mit seinem enormen Käse-Wissen. Der Junior hat nun ein stationäres Geschäft dazu eröffnet, wo es nicht nur Käse, sondern auch ein großes Sortiment selbstgerösteter Nüsse und Feinkost zu erwerben gibt. Außerdem wird man hier gut versorgt mit kleinen Köstlichkeiten zum Lunch, Kaffee und guter Beratung – definitiv ein kulinarischer Stopp in Aschaffenburg.

Fromagerie Geiss
Sandgasse 29
63739 Aschaffenburg
Tel: +49 6021 3289669

Alle Aschaffenburg-Tipps in der Übersichts-Karte

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Aschaffenburg kulinarischer City Guide

Über meine Reise in 14 Fränkische Städte – #14cities

Dieses Jahr werde ich zum Franken-Experten, insbesondere kulinarisch gesehen versteht sich. Ich besuche 14 fränkische Städte, die alle einen kulinarischen City Guide hier auf dem blog bekommen. Franken ist eine der kulinarisch vielseitigsten und interessantesten Regionen, und dabei spreche ich nicht nur von Bier und Bratwurst. Auch die gehobene Gastronomie der Städte ist bei mir im Fokus, dazu natürlich Cafés, Feinkost-Geschäfte und Manufakturen. Jeder City Guide beinhaltet auch eine google maps Karte mit allen besuchten Lokalitäten. Viel Spaß beim Stöbern, Reisen und Genießen!

Für noch mehr Franken-Inspiration schaut doch auch auf diesen blogs vorbei, sie sind ebenfalls Teil der Kampagne: Lilies Diary, Smile 4 Travel und Reisehappen.

Der Tourismusverband Franken bündelt alle Posts der Kampagne auf einem Newsboard.

*Werbe-Hinweis: Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Tourismusverband Franken. Franken bzw. die fränkischen Städte werden im Artikel explizit erwähnt und verlinkt. Auf den Inhalt des Artikels wurde kein Einfluss genommen.