Fürth, von dieser Stadt hatte ich kaum eine Vorstellung. Ich war noch nie da, obwohl schon 1000 Mal in der Nähe – so geht das vermute ich den meisten. Umso spannender, so eine Stadt zu erkunden und zu entdecken, denn ich bin überzeugt davon: jede Stadt hat ihre Highlights. Überall gibt es alteingesessene Läden und moderne Geschäfte, versteckte Ecken und charmante Details. Eine Stadt wie das benachbarte Erlangen macht es einem leicht: die Innenstadt ist im Nu erkundet, hier trägt man stolz nach außen, was man so zu bieten hat. Fürth dagegen zeigt sich erstmal eher verschlossen. Ein Tag ist zu wenig, um dieses unentdeckte Kleinod zu durchleuchten – ein bisschen wie mit einem interessanten Individuum, das man erst beim vierten Date zu durchschauen beginnt und dann umso mehr zu lieben lernt.

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Kulinarischer City Guide Fürth

Ich glaube, ich komme zurück. Zu viele Orte in Fürth sind ein weißer Fleck auf meiner Landkarte geblieben, zu viele Künstler-Cafés und versteckten Ecken unbesucht, zu wenige der faszinierenden Fassaden auf den Bildern gelandet: hierfür hat Fürth ein bisschen mehr Zeit verdient.

Hier also mein kulinarischer City Guide Fürth. In der Karte unten habe ich auch ein paar aus zuverlässiger Hand empfohlene Orte zugefügt, die ich nicht geschafft habe zu besuchen – beim ersten Mal wenigstens nicht.

Was tun in Fürth?

Ich habe Fürth zu Fuß erkundet. Der Bereich rund um die Gustavstrasse ist wie aus dem Fachwerk-Bilderbuch und gesäumt von Bars, Cafés und netten kleinen Läden. Hier liegt in einer Seitenstrasse auch die Pfarrgasse, in der das Titelbild zu diesem Beitrag entstanden ist. Insgesamt war ich schon bei meinen ersten Schritten überrascht, wie individuell die Hauseingänge und Vorgärten gestaltet sind. Ganz offenbar fühlt sich eine kreativ-alternative Szene sehr wohl in Fürth, das spiegelt sich insgesamt auch in den Läden, Cafés und Kultur-Angeboten.

Den Stadtpark habe ich wegen Regens und Mangel an Zeit leider auslassen müssen, ebenso die für ihre Belle Époque Fassaden bekannte Hornschuchpromenade. Diese Stadt schmückt sich mit stolzen 2000 Baudenkmälern, skandalös eigentlich, dass kaum jemand das zu wissen scheint.

Hotel in Fürth

Fürth ist nicht gerade ein Eldorado für Hotels. Hier gibt es in der Hauptsache Häuser der großen Ketten, da habe ich mich gefreut, noch ein individuelles, familiengeführtes direkt in der Innenstadt zu finden: das Schwarze Kreuz ist frisch renoviert, die Neubauers sind hilfsbereit und freundlich und man fühlt sich gleich willkommen. Die Zimmer sind sauber, recht modern und zweckmäßig und das Restaurant serviert bodenständige Küche auf der Terrasse oder im Restaurant.

Restaurants in Fürth

Das Restaurant-Highlight in Fürth, was die gehobene Gastronomie angeht, ist die Kupferpfanne. Beim Betreten des Lokals durch die schwere dunkle Holztür begibt man sich auf ein kleine Zeit- und Raumreise. Seit 1977 schon führt Erwin Weidenhiller sein Lokal mit Leidenschaft und Akribie, mit Liebe zum Detail und zur klassischen französischen Küche. Ganz lapidar würde ich sagen: wem es zu einem der französischen Klassiker zu weit ist, der sollte getrost einen Abend oder Mittag hier in Fürth verbringen. Das herrlich klassisch-gediegene Ambiente lädt zum Verweilen ein und die vielen Bilder und leeren Weine zeugen gleichermaßen davon, welch herrliche Abende und rauschende Festivitäten die Kupferpfanne schon gesehen hat.

Restaurant Kupferpfanne Fürth

Kaum verwunderlich, dass die Speisekarte recht klassisch und französisch geprägt ist. Handgeschrieben lachen einen Atlantik-Hummer und Tagliatelle mit Sommertrüffel von der Karte an, danach wäre ein Taubenbrüstchen oder gebratene Gänseleber genehm. Meine gebratenen Steinpilzscheiben sind die Tagesempfehlung und es wäre eine Sünde gewesen, diese zu verschmähen, erst recht ob der perfekten Petersilienbutter mit der sie einmalig schlicht auf den Teller kommen.

Das Salzwiesenlamm ist perfekt gegart, die Jus traumhaft und fast schon inkonsequent wäre alles andere als getrüffeltes Kartoffelgratin dazu gewesen.

So ein Restaurant findet man quasi nirgends (mehr). Ich wüsste in München spontan kaum eine Alternative und würde jedem mit einem Faible für gutes Essen und einem gewissen Hang zur Nostalgie dringend einen Besuch ans Herz legen.

Abends habe ich im Hotel ebenfalls klassisch gegessen, aber eher klassisch bodenständig: einen Salat mit Ziegenkäse zur Vorspeise und ein Schnitzel, das wirklich für den extrem großen Hunger bestimmt gewesen sein muss. Wo es hervorragende Schnitzel geben soll ist im „Zum blauen Affen“ – das habe ich nicht getestet, verlasse mich aber auf die Empfehlung.

Cafés in Fürth

Mein Café-Liebling in Fürth war klar das „Das Franz“. Allein die Fliesen und überhaupt Gestaltung der Räumlichkeiten in der alten, denkmalgeschützten Metzgerei sind traumhaft. Der Kaffee ist gut, das selbstgemachte Porridge und die Kuchen ebenso. Der freundliche Service macht es einem schwer, wieder zu gehen.

Auch auf der Gustavstrasse gibt es einige Möglichkeiten zu verweilen und das Milchhäusle am Rand des Stadtparks sah sehr einladend aus.

Einige interessante Cafés habe ich glaube ich verpasst, so zum Beispiel das Café Badehaus an der Pegnitz.

Kulinarisch Einkaufen in Fürth

Nach einem Spaziergang durch die Gässchen und meinem Lunch in der alteingesessenen Kupferpfanne in Fürth habe ich den restlichen Nachmittag in bester Gesellschaft bei Susanne Schuster und Petra Reck in ihrer Feinkosteria Schuster und Reck verbracht. Selten entdeckt man Läden, in denen so viel Leidenschaft und Fachwissen zusammen trifft.

Die beiden haben sowohl beruflich als auch privat Hintergrund in der Gastronomie und das merkt man an jedem Detail im Laden: Das ausgesuchte Sortiment spricht für sich und zieht Kunden nicht nur aus Fürth an, die die Beratung, die sensationell gute Fleischqualität, den absolut frischen Fisch, selbstgemachte Antipasti, Marmeladen und selektierten Weine, Jahrgangssardinen und Co. schätzen.

Ein echter Tipp, ein Feinkostgeschäft mit so viel Sorgfalt für die Produkte und so viel Kompetenz in der Beratung würde ich mir hier wünschen. Lohnt auch den Umweg runter von der Autobahn!

Kulinarischer City Guide Fürth mit vielen Tipps, Karte und Bildern

Über meine Reise in 14 Fränkische Städte – #14cities

Dieses Jahr werde ich zum Franken-Experten, insbesondere kulinarisch gesehen versteht sich. Ich besuche 14 fränkische Städte, die alle einen kulinarischen City Guide hier auf dem blog bekommen. Franken ist eine der kulinarisch vielseitigsten und interessantesten Regionen, und dabei spreche ich nicht nur von Bier und Bratwurst. Auch die gehobene Gastronomie der Städte ist bei mir im Fokus, dazu natürlich Cafés, Feinkost-Geschäfte und Manufakturen. Jeder City Guide beinhaltet auch eine google maps Karte mit allen besuchten Lokalitäten. Viel Spaß beim Stöbern, Reisen und Genießen!

Für noch mehr Franken-Inspiration schaut doch auch auf diesen blogs vorbei, sie sind ebenfalls Teil der Kampagne: Lilies Diary, Smile 4 Travel und Reisehappen.

Der Tourismusverband Franken bündelt alle Posts der Kampagne auf einem Newsboard.

*Werbe-Hinweis: Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit dem Tourismusverband Franken. Franken bzw. die fränkischen Städte werden im Artikel explizit erwähnt und verlinkt. Auf den Inhalt des Artikels wurde kein Einfluss genommen.