Lamm hängt völlig zu unrecht ab und an noch ein schlechter Ruf nach. Wer diese arabisch-angehaucht-würzig-marinierte-auf-den-Punkt-rosa Lammkeule mit Kürbis-Süßkartoffel Gemüse mit Wachtelbohnen und getrockneten Aprikosen, Minze und Rosmarin mal probiert hat, wird sicher endgültig überzeugt sein. Für den Herbst genau das richtige, auch der allgegenwärtige Kürbis kommt selbstverständlich zum Einsatz – und Gewürze und noch nöcher! Dazu einen Klecks Joghurt mit Granatapfelkernen und Minze und Fladenbrot. Herrlich. Koche ich nochmal nach, nach diesem Rezept.

Granatapfeljoghurt zum Lamm und Gemüse

Rezept: Lammkeule, Kürbis, Wachtelbohnen, Granatapfel-Joghurt

für 4-6 Personen

1,5 kg Lammkeule

für die Marinade:
2 EL Honig
6 EL Olivenöl
1 Bio-Zitrone
4 Zehen Knoblauch
1 Handvoll Minze
4 Zweige Rosmarin
Prise Zimt
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Koriandersamen
1 TL Fenchelsamen
Meersalz
frisch gemahlener Pfeffer

300 g Joghurt
1 Granatapfel
1 Handvoll Minze

Gemüse:
1 Süßkartoffel
1/2 Butternut Kürbis
1 Handvoll getrocknete Aprikosen
1 große Dose Wachtelbohnen
2 Zweige Rosmarin

Fladenbrot

Die Lammkeule habe ich beim türkischen Supermarkt meines Vertrauens im Münchner Bahnhofsviertel gekauft. Verdi in der Landwehrstraße (wie damals auch schon die kleinen Kirschpaprika zum Füllen). Mit Knochen hatte sie ca. 1,5kg. Ich habe sie dort direkt auslösen lassen – dass sie nicht „hohl“ ausgelöst wurde, hat mich nicht gestört. Zu Hause habe ich einen weiteren Schnitt in das Fleisch gemacht, sodass ich die Keule mehr oder weniger flach in drei zusammenhängenden Teilen hinlegen konnte. Das kam mir auch für die Garzeit später entgegen.

Bei der Marinade habe ich mich ein bisschen ausgetobt – würde ich aber wieder ganz genauso machen: ca. 2 EL Honig, 6 EL Olivenöl, abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone, 4 Zehen Knoblauch in Scheibchen, 1 Hand voll frische Minze und ein paar Zweige Rosmarin, eine mittlere Prise Zimt, je ca. 1/2-1TL Kreuzkümmel, Koriandersamen und Fenchensamen frisch gemörsert. Außerdem Meersalz und Pfeffer. Alles gut vermischen, das Fleisch darin im Kühlschrank für ein paar Stunden marinieren. Später rechtzeitig wieder aus dem Kühlschrank holen, damit das Fleisch zur weiteren Verarbeitung nicht eiskalt ist.

Für den Joghurt „normalen“ Joghurt oder nach belieben auch griechischen Joghurt (etwas fetter) mit Granatapfelkernen und gehackter Minze vermischen.

Für das Gemüse 1 Süßkartoffel und 1/2 Butternut Kürbis putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Eine Hand voll getrocknete Aprikosen klein würfeln und alles zusammen mit einer großen Dose Wachtelbohnen (oder 2 normale Dosen) in eine Bratreine geben. Wer keine Wachtelbohnen bekommt (türkische Supermärkte sind übrigens auch für Hülsenfrüchte ein Geheimtipp) kann natürlich auch weiße Bohnen oder Borlottibohnen nehmen. 2 Zweige Rosmarin und eine Hand voll Minzblätter dazu geben, leicht salzen und pfeffern und mit etwas Olivenöl vermischen.

Den Ofen zunächst auf ca. 180° vorheizen. Das Fleisch aus der Marinade nehmen und die übrige Marinade gut mit dem Gemüse vermischen. Bevor das Fleisch gleich anbrät das Gemüse schon einmal bei ca. 10-15 Minuten bei 180° in den Ofen stellen. Gemüse heraus nehmen, Ofen auf 130° herunter stellen. Das Fleisch (zb. in einer Grillpfanne) sehr scharf von beiden Seiten anbraten. Auf das Gemüse legen und ca. 50 Minuten bei 130° im Ofen lassen.
Nach dieser Garzeit war die Lammkeule perfekt und rosa. Das Gemüse nochmal in der Reine durchrühren, das Lamm in Scheiben darauf anrichten und einen Löffel Granatapfel Joghurt dazu reichen. Außerdem: frisches Fladenbrot (genau, auch da gekauft!).

Kürbis Bohnen Süßkartoffel Gemüse mit Lamm

Lammkeule mit Kürbisgemüse

Dazu gab es einen „Feine Töne“ Blaufränkisch 2008 vom Weingut Wachter-Wiesler im Südburgenland. Leider hatte ich hiervon nur eine Flasche – werde sehen, dass ich ihn nachbestellte, hat mir sehr gut gefallen.

Übrigens war das Lamm Teil eines Menüs. Zuvor gab es eine Blauschimmelterrine, mit getrockneten Aprikosen, Pistazien und Haselnüssen – dazu gewürzte Nüsse und ein Salätchen mit grünem Apfel. Aprikosen und Gewürze von den Nüssen haben sich beim Lamm widergefunden, hat schön gepasst fand ich.