DeutschlandEuropaKulinarische Reisen

Oberpfalz: Zwischen Regensburg, Zoigl-Bier, Donaufisch und Bauernmarkt

Dass Bayern das schönste Bundesland ist, ist ja gemeinhin bekannt. So sehen wir, die Bayern (ja gar Oberbayern) als unsere Heimat ausweisen, das jedenfalls. Und ganz falsch kann das auch ohne Übertreibung nicht sein – immerhin stimmt das mit dem “hier ist, wo andere Urlaub machen”. Getreu Goethes Motto also erkundete ich mit ungefähr 20 anderen Food-Verrückten auf Einladung von Bayern Tourismus im Herbst mein Heimat-Bundesland, und zwar eine Ecke, mit der ich noch nicht so firm war, sie aber immer weiter lieben lerne: die Oberpfalz und ein bisschen auch von Niederbayern.

“Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.”

J.W.v.Goethe: Erinnerung

Donaufischer in Kelheim

Anders als das postkartengleiche Oberbayern hält sich die Ostbayerische Region bescheidener im Hintergrund und prahlt nicht. Regensburg hat das auch überhaupt nicht nötig: das Städtchen verzaubert beim ersten Anblick und ist idealer Ausgangspunkt zur Erkundung der Umgebung. Bierkultur – vor allem die Zoigl-Kultur im Norden der Oberpfalz, der letzte Donaufischer, Bratwurstkultur seit 1135, biologische Vorzeigelandwirtschaft und entsprechend hervorragende Produkte: all das stand nicht nur auf unserem Programm – all das ist hier auch Selbstverständlichkeit.

Mit Selbstverständlichkeit haben wir an zwei Abenden auch in der Küche gestanden. Saisonale Produkte verarbeiten, Anlehnungen an die regionale Esskultur finden und eigene Ideen entwickeln – gemeinsam mit einem Hühnerhaufen Gleichgesinnter. Ganz ohne große Vorplanung sind zwei überraschend fantastische Menüs zwischen 8 und 10 Gängen entstanden und das natürlich nicht nur für uns. Es war uns ein Fest, Winzer und Brauer zu bewirten, die praktischerweise auch noch was zu trinken dabei hatten. Benedikt Baltes hat mit seinen sensationellen Burgundern aus Franken wie gewohnt aber deswegen nicht weniger spektakulär gezeigt was richtig guter deutscher Rotwein ist und Michael Krieger von Riedenburger konnten wir so ein kleines bisschen Gastfreundschaft zurück geben, wo er uns am Vortag mit seiner Familie so herzlich empfangen hat. Das Bier-Pairing, das Torsten so aus traditionellen und modernen Bieren der Brauerei zum Menü zaubern konnte war wirklich fabelhaft!
Das Rezept für meine in Pernot marinierten bunten Markt-Tomaten vom zweiten Abend gibt es zeitnah hier zu lesen.

Bratwurstkuchl Regensubrg

Besuchte Orte und Empfehlungen:

Essen:

  • Storstad Regensburg: über das mit einem Michaelin Stern ausgezeichnete Restaurant von Anton Schmaus habe ich hier schon mal eingehender berichtet
  • Die Wurstkuchl in Regensburg gehört zu den Pflichtterminen

Wohnen:

Trinken:

Hopfen, Riedenburger Brauerei

Einkaufen:

  • Bauernmarkt am Alten Kornmarkt. Hier haben wir einen großen Teil der Zutaten für unsere beiden Kochabende besorgt
  • Markthalle Regensburg: Schöne Auswahl an Feinkost – besonders der Käsestand ist hervorzuheben
  • Kloster Plankstetten mit Bäckerei, Metzgerei und Landwirtschaft

Bleibt zu sagen: die Oberpfalz ist (kulinarisch) groß, Niederbayern auch. Und mit Nichten haben wir einen vollständigen Eindruck gewinnen können in drei Tagen. Der bayerische Wald runter bis Passau zum Beispiel ist nicht nur traditionell sondern auch gourmet-gastronomisch ziemlich interessant, landschaftlich sowieso. Gut, dass ich es nicht weit habe…

Verschiedene und sehr genaue Eindrücke vom Food Camp gibt es auch bei den anderen Teilnehmern, insbesondere empfehlen möchte die Notizen von Johannes Arens bei nachschlag.

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