Restaurants & Gastronomie

Restaurant La Tour d’Argent Paris

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Restaurant La Tour d’Argent Paris

Gelebte Liebe zur Tradition der Haute Cuisine | Perfekter Service und ein “Museum” der französischen Küche an der Seine

Das Erlebnis beim Lunch im siebten Stock direkt an der Seine im „La Tour d’Argent“ ist einmalig. Das Klischee von Klassik wird hier zelebriert. Und das so konsequent und doch locker und atmosphärisch, dass es eine Freude ist. Vom Empfang in der Lobby bei einem Glas eisgekühlten Wasser bis zum Silberbecher und dem sündhaft teuren Käsewagen: ein Ausflug in eine Welt des “fine dining”, die es eigentlich schon nicht mehr gibt.

Das Restaurant La Tour d’Argent: Ein Ort mit Geschichte

Das Tour d’Argent ist ein echter Klassiker, der sich auch selbst als solcher feiert. Die Geschichte des Restaurants sagt, es wurde bereits 1582 vom Koch Rourteau gegründet, hatte diverse Könige und Künstler zu Gast. Auch die Tradition der Entengerichte hier ist groß, die Entenpresse soll hier ihren Ursprung haben. Dazu kommt eine Weinkarte – oder eher ein Buch – mit rund 400.000 Flaschen. Schon seit 1911 ist das Restaurant im Besitz der Familie Terrail (nunmehr in dritter Generation). Bis 1996 hielt das La Tour d’Argent fast lückenlos seit 1933 drei Sterne im Guide Michelin, seit 2006 ist es mit einem verzeichnet.

Eine Ecktür mit blauem Vordach: das Königsblau des Tour d’Argent lockt schon von weitem. So viel Historie der Kulinarik und der klassischen Küche genau an diesem Ort, mitten in Paris: das lässt einen beim Eintreten schon ein bisschen ehrfürchtig sein. Das Restaurant selbst ist im siebten Stock, die Gäste werden zunächst einmal im Erdgeschoss empfangen und platziert. Die silbernen Tapeten, alten Möbel und Vitrinen lassen es den Augen nicht langweilig sein. Zur Erfrischung darf gewählt werden aus eisgekültem Wasser mit oder ohne Zitrone. Und das ist durchaus willkommen an diesem heißen Juni-Tag.


Die Enten sind hier im Salon schon omni-präsent. Aus Glas, aus Porzellan, in allen Farben und Formen. Dass die Ente das „Signature“ des Hauses ist, entgeht einem kaum. Ich habe mich schon vor meinem Besuch für das Lunch-Menü ohne Ente (aktuell 3 Gänge 120 € oder 150€ mit Käse) statt für das „Renommées de la tour“ Menü (360 €) entschieden, sehe die „Royale de Canard“ – “die Blutente” – aber später zumindest am Nebentisch.

Perfekter Service & Blick über Paris

Jede Gäste-Partie wird einzeln im kleinen, prunkvollen Aufzug nach oben geleitet. Das Restaurant ist in zwei Ebenen aufgeteilt, die Einrichtung ist in nachgedunkeltem Holz, gestärkten Tischdecken und königsblau-goldenem Teppich sehr royal – aber durch die lichtdurchflutende Vollverglasung auch hell und freundlich, genauso wie der Service. Der interagiert einfach perfekt. Man spürt das große Selbstverständis für Dienstleistung und kulinarische Kultur, und all das ohne angestrengt zu wirken. Das Team hat mir jemanden zugeteilt, der mir mein mittleres Französisch nachsieht und sich auf Englisch mit mir unterhält. Ein lustiger Spruch, gute Beratung von der Sommelière, richtiges Tempo, die Liste an positiv auffallenden Punkten ist lang. Vor allem aber vermitteln sie mir Freude an diesem Ort, am Essen, am Genuss. Es macht richtig Spaß sich hierauf einzulassen, sich willkommen zu fühlen, dem Treiben im vollen Raum zuzusehen. Auch André Terrail kommt vorbei, begrüßt an diesem Sonntag Mittag seine Gäste und strahlt eine zugängliche Offenheit aus, die vielen Gastgebern fehlt und guttäte.

Dem Lunch-Menü von Küchenchef Yannick Franques habe ich einen weiteren Klassiker hinzugebucht: die Hechtklößchen. Der Rest ist kurz nach der Lockdown-Öffnung noch recht frühlingshaft mit Spargel und Rhabarber. Meine Highlights sind eigentlich das Baguette, die Salzbutter, das ganze Setting. Der Wein, der Käse. Die Gänge sind geschmacklich und handwerklich gut und der Stern im Zusammenhang mit dem Umfeld sicher angemessen. Innovationen auf dem Teller sind es in dem Fall eher nicht – aber das ist (und war auch für mich) gar nicht das Ziel des Besuchs. Und auch nicht das Ziel einer Institution, die sich ganz offensichtlich der Tradition verschrieben hat.

Asperges Blanches de Charles Lemarie

Quenelle de Brochet André Terrail

Poisson Chef

Fraise Rhubarbe

Les Fromages au Menu Dejeuner


Noch ein Hinweis zur Reservierung für eine Person: über die Website und das Ticketing-System gab es hierzu keine Möglichkeit. Auf die Anfrage per Mail war es aber kein Problem, alleine zu reservieren. In diesem Fall Sonntag Mittag.

Restaurant La Tour d’Argent
15, quai de la Tournelle 75005 Paris
Tél : +33 (0)1 43 54 23 31
E-mail : resa@tourdargent.com

Aktuell (Februar 2022) gastiert Yannick Franques, bzw. sein Menü aus dem Tour d’Argent übrigens im Salzburger Ikarus im Hangar 7.

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