Darf ich vorstellen: Juanito Bayen, vielleicht der am häufigsten fotografierte Mann Barcelonas. Der Wirt der bekannten Pinotxo Bar hat mir mein herrliches Frühstück gereicht an jenem Vormittag in Barcelona, an dem ich unverhofft die beste Tour bekam, die man bekommen kann. Bernd von chezuli hat mir in 3 Stunden mehr gezeigt, als ich je zu vermuten hätte können (danke!!). Drei der fünf Spots auf unserer morgendlichen Runde sind auch am Ende dieses Artikels auf der Karte vermerkt. Da die Gelegenheiten für Cava und Wermut in dieser wundervollen Stadt ganz offenbar vielfältigst sind, seien diese Stationen jedem selbst überlassen.
Los ging es also morgens um 9 Uhr. Die perfekte Zeit für einen Besuch in der Boqueria, der Markthalle in der man eine Stunde später vermutlich schon vor lauter Touristen keinen Fuß mehr auf den Boden, geschweige denn einen Kaffee bekommt. Oder gar einen Blick auf die herrlichen Pilze, Meeresfrüchte und Geflügel-Sorten im hinteren Teil der Halle. Xuchos von Juanito also, knusprig, noch warm, gefüllt mit einer solch sündigen Crème, dass man es lieber gar nicht genau wissen will. Kaffee dazu. Weiter gehts.

Frühstück in der Bar Pinotxo

Bar La Plata Sardinen BarcelonaBarcelonas Bar-, & Tapas-Kultur ist mehr als beneidenswert. Schon drei Stunden zwischen 9 und 12 Uhr haben gereicht, dass ich unbedingt zurück will (und gar nicht mehr weg wollte). Wie sich das gehört haben wir unsere Tour erst mal mit einem Gläschen Cava eingeläutet (ja, auch wenn das Frühstück noch nicht ewig her war, aber man kann sich nicht immer alles aussuchen), und zwischen akribisch zerschnittenen Serrano-Schinken-Beinen die Einheimischen beobachtet – bei denen ein Cava zum Kaffee offenbar sowieso zum guten Ton gehört. Gepflegt versteht sich. Gegen nackt herumspringende Party-Touristen versucht die Stadt ja gerade vorzugehen – wäre auch in der Tat schade, wenn der Hype die Gemütlichkeit zu Nichte machen würde.
Weiter also, in der nächsten Bar über die enorme Vielfalt an Wermuth in Barcelonas Bars philosophieren und wirklich nur ein bisschen was probieren (mit Rosmarin-Note, sagenhaft. Wäre ich doch nur mit echtem Gepäck gefolgen…) – auch etwas, was in Deutschland definitiv noch nicht weit genug ist für meinen Geschmack.
Nächste Bar. Zurück zu etwas Bodenständigem. Die Bar La Plata brummt abends, erzählt Bernd. Und das ist leicht vorstellbar. Zwei große Weinfässer sowie Bier bilden die Getränke-Auswahl. Zwischen die Zähne gibt es Sardinen, und was für welche. Die besten der Stadt heißt es und das glaube ich sofort. Die Lage der Bar ist übrigens ebenso wie zwei andere Locations unten auf der Karte verzeichnet.

Placa Reial, Barcelona

Letzte Station: Das La Cova Fumada. Gelegen in der Nähe des Hafens und des Bahnhofs, hinter einer unscheinbaren Tür ist sogar vor 12 Uhr mittags schon etwas los – eigentlich untypisch. Findet kein Mensch, der es nicht kennt und wagt sich vermutlich noch weniger rein, sollte man aber. Mich erinnert die geschäftige Atmosphäre in dem schlichten Raum mit Bar und integrierter Küche sofort an die Garagen-Lokale auf den Kanarischen Inseln. Vom Grill wabert die köstliche Idee von geröstetem Brot und gegrilltem Pulpo herüber und zur Überbrückung der Wartezeit gibt es erst einmal was auf den Teller, das frei übersetzt etwa “kleine Bombe” heißt, rund, frittiert, aus Kartoffeln, mit scharfer Tomatensoße übergossen und sündig gefüllt ist. Weiter geht es mit geröstetem Brot, Aioli, zartestem Pulpo und würzig-kräutrigem Calmar. Unverkennbar ein Familien-Betrieb, gefühlt zaubern drei verschiedene ziemlich rüstige Omas einen Teller nach dem anderen, leider war für mehr Gerichte weder Zeit noch Platz dieses Mal. Wer als in der Nähe ist: unbedingt vorbei schauen, an die Bar drängeln und freundlich aber bestimmt um einen Tisch bitten.

La Cova Fumada, Barcelona

Und dann? dann war es das leider schon. Aber nur bis zum sicher zeitnahen nächsten Barcelona-Besuch.

Strand in Barcelona