Bei unserem ersten Mittagessen in Istanbul, nach einem ausgiebigen Streifzug über den Markt in Kadıköy, haben wir bei Ciya Sofrasi Meze genossen, die sicherlich ihres gleichen suchen. Frisch, knackig, fein abgestimmt gewürzt – scharf, sauer, fruchtig; dass das Wort “Meze” vielfache Übersetzungsmöglichkeiten birgt, die alle in die Richtung von Geschmack, Snack, Aromen und Würze gehen, liegt nahe.

Die Ciyas, es sind nämlich drei an der Zahl in der selben Straße, stehen aber noch für weitaus mehr als gute Meze. Der Besitzer macht es sich seit Jahren zur Aufgabe, vergessene Geschmäcker, traditionelle Rezepte und saisonale Zutaten beizubehalten, anzubieten, zu perfektionieren und damit zu begeistern. Das gelingt herrlich: Das Meze-Büfett lässt einen schon optisch in Verzückung geraten, viel zu viel auf die Teller laden (es muss ja so viel wie möglich probiert werden) und eigentlich nie wieder wo anders essen wollen. Bohnen, Granatapfelkerne, scharfe Pepperoni, Spinat, Joghurt und Auberginen in allen Variationen, dazu kleine Fleischbällchen, Petersiliensalat mit Schafskäse, Bulgursalat, eingelegte Okraschoten und natürlich frisch gebackenes Fladenbrot – mehr braucht eigentlich kein Mensch.

Die warmen Speisen im Ciya waren ebenfalls geschmacklich wunderbar – da sie auf dem Herd auf die Gäste warten jedoch nicht ganz so knackig, wie sie vielleicht hätten sein können. Dennoch: allein der mit Hackfleisch und Gewürzen gefüllte Apfel war die Bootsfahrt wert.

Das Kebap im Ciya nebenan soll übrigens ebenfall sehr gut sein, das haben wir leider nicht mehr geschafft. Schließlich standen noch ein paar weitere (kulinarische) Stationen auf dem Plan.