Mit Städten ist es wie mit vielen Gegebenheiten im Leben – entweder die Sympathie kommt gleich, oder nie so richtig. Istanbul hatte mich schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Taksim Platz, von wo aus ich 3 Tage und Nächte gemeinsam mit den anderen Teilnehmern dieses opentrips die Metropole am Bosporus erkundet habe. Dass der Fokus auf Märkten, Street Food und Restaurants lag, wundert vermutlich niemanden. Dass man so eine Kultur von einer ihrer authentischsten, ehrlichsten Seiten kennenlernt, kann ich nur immer wieder betonen.

Nichts eint so sehr, wie gemeinsames Kochen und Essen – und ich habe selten eine so gastfreundliche Stadt wie Istanbul erleben dürfen. Improvisierte Tische auf dem Gehweg vor der chicen Weinbar, dem einfachen Frühstückslokal oder mit Händen und Füßen erklärte Obst- und Gemüsesorten: gerade wer sich für die kulinarische Kultur in Istanbul interessiert erntet nichts als Herzlichkeit.

Unser erstes typisches Streetfood waren Balik Ekmek (frei übersetzt Fisch im Brot) – Fisch-Sandwiches also. Direkt westlich der Galata Brücke reihen sich die schaukelnden Boote, auf denen der Fisch direkt gegrillt und mit Salat und Zwiebeln im frischen Brot auf die Hand verkauft wird. Dazu gepickelte Gurken, ein paar Spritzer Zitronensaft und Limonade.

Mit der Fähre geht es von dort aus über den Bosporus nach Kadıköy. Die Überfahrt zum östlichen Teil von Istanbul gewährt einen wirklich atemberaubenden Blick auf die Stadt, die sich für mich zum ersten Mal in ihrer Erhabenheit zeigt, mit leichtem Dunst über den Minaretten, gleißender Sonne, kühlem Wind und unfassbarer Größe. Der quirlige Markt rund um die Güneşli Bahçe Sk ist eingebettet zwischen kleinen Cafés, Bars und Restaurants und gibt uns den ersten Eindruck von der unglaublichen Vielfalt an lokalen Produkten. Die Qualität von Obst, Gemüse und Fisch lässt einem hier schier die Tränen kommen (und macht einen dringend eine Küche vor Ort haben wollen).

Istanbul - Blick von der Fähre