Südtirol: das ist für mich das Tor zu Italien und weckt Assoziationen zu Kindheitserinnerung bei der Apfelernte bis zu Spinatknödeln mit brauner Butter. Die unschlagbare Kombination von Bergen und Italien-Flair, Palmen und Berghütten. Diese Vielschichtigkeit was Landschaft und Klima betrifft, schlägt sich auch auf die Südtiroler Weine nieder, die in großer Vielfalt, mit Leidenschaft und Charakter daher kommen. Bei mir kam jetzt drei Mal Vernatsch ins Glas, und zwar von der Kellerei Kaltern am Kalterersee – dazu Spinat-Kas-Knödel mit Rote Bete aus dem Ofen und Tomaten. Rotwein im Sommer? Ja ganz genau, und zwar aus Gründen.

Dieser Artikel enthält Werbung für die Kellerei Kaltern*

Vernatsch

Der Vernatsch ist die häufigste (Rot)weinsorte in Südtirol und ist hier fest in der Genusskultur verankert. Nirgends anders wird die Rebsorte noch so gepflegt und vermarktet. Wem das gänzlich unbekannt vorkommt, der wird wahrscheinlich überrascht sein: der Vernatsch ist ein Synonym für den Trollinger, der bei uns ja durchaus gewisse Bekanntheit hat – wenn auch leider nicht nur positiver Natur. In Südtirol zeichnet sich der Vernatsch durch seine ausgeprägte Fruchtigkeit, Frische und Saftigkeit ebenso aus wie durch seinen mundwässernden Trinkfluss. Dazu kommt die typische Bittermandelnote, eine leichte Herbe, die einen sich kaum “satt”-Trinken lässt. Ganz bewusst wird er leicht gekühlt am besten bei 13-15° serviert und ist damit eine Erfrischung im Glas, von der man kaum genug bekommen kann, gerade wenn es warm ist.

Die Weine der Kellerei Kaltern

Kaltern ist Südtirols südlichste Weinregion. Der Kalterersee mit seiner beeindruckenden Farbe, der hufeisenförmig um den See gerankten Lagen und seiner Vielfalt ist eine atemberaubende Kulisse und gibt auch dem Vernatsch aus dieser Region seinen Namen. Wer “Kalterersee” auf der Flasche stehen hat, der hat Vernatsch im Glas.

Die meisten Hänge hier am Kalterersee haben Südausrichtung und sind verwöhnt vom Microklima des Sees, die kühlen Luftströme erhalten die Säure der Weine und die Seelagen mit lehmigen Kalkschotterböden und mediterranem Klima bieten ideale Voraussetzungen für große Rotweine. Die Kellerei Kaltern ist mit 400 Mitgliedern und 300 Hektar der größte Weinbaubetrieb in Kaltern. Viele der Weinberge sind seit Jahrhunderten in Familienbesitz und werden im Nebenerwerb betrieben – Tradition und Passion haben hier im Kleinen wie im Großen ihren Platz.

Unser Kalterersee classico

Sozusagen der Basis-Kalterersee von der Kellerei ist für mich die “jeden Tag” Option, passt für einen Umtrunk auf dem Gipfel bei einer Wanderung genauso wie zur Brotzeit am Abend oder als (gekühltes) Glasl auf der Terrasse am Nachmittag. Der Wein gibt einem ein bisschen was “zu beissen”, mir gefallen die Würze und die leicht herben Anklänge. Der Wein hat ein paar Ecken und Kanten und umso mehr Charakter – fast möchte man sagen: genau das, was die Südtiroler so sympathisch macht. Trinkfluss, Fleischigkeit und nur 12,5% Alkohol. Das macht Spaß und ist auch zu den erdigen Rote Bete und den käsigen Knödeln ein guter Match.

Leuchtenberg classico superiore DOC 2017

Der Leuchtenberg kommt etwas milder und runder daher als der “Unser Kalterersee”, die Frucht kommt feiner heraus, für mich ist es Sauerkirsche und rote Johannisbeere. Auch hier ist die Saftigkeit im Vordergrund und die Frucht bleibt sehr lang am Gaumen. Sehr schmeichelnd sind auch die merklichen aber angenehmen Bittertöne von grüner Mandel oder Aprikosenkern. Der Leuchtenberg ist die etwas feinsinnigere und vielschichtigere Kombination zu dem Gericht. Die Säure im Wein kommt gut gegen Käse und Butter an, die geschmorten Bete mit ihren erdigen Noten und ihrer leichten Süße gehen schön in der Frucht und Würze des Weins auf.

Quintessenz Kalterersee Classico Superiore DOC 2017

Fleischig und rund, feinsinnig und facettenreich zugleich ist dieser Wein nicht umsonst der Top-Kalterersee der Kellerei Kaltern, von 30-70 Jahre alten Rebstöcken. Pfeffernoten und Blaubeere am Gaumen, angenehm adstringierend und weich trotz großer Spannung, trinkig ohne dabei Komplexität einzubüssen. Der Quintessenz Kalterersee lagert 6 Monate auf der Feinhefe im Betonfass und im großen Holz, wo er sein Potential voll entfalten kann. Ein sehr vielseitiger Wein, der noch weit komplexere Speisen als diese hier hervorragend begleiten könnte – aber auch ein gutes Stück Brot und Speck ganz hervorragend adeln kann.

Rezept: Spinat-Kas-Knödel mit Rote Bete und Tomaten

Spinat-Kas-Knödel mit Rote Bete und Tomaten

Rezept für Spinat-Kas-Knödel mit Rote Bete aus dem Ofen und angeschwenkten bunten Cocktailtomaten und Blattspinat.

Gericht Main Course
Länder & Regionen Italian
Portionen 2
Autor Annette von culinarypixel

Zutaten

Spinat-Kas-Knödel

  • 200 g Weißbrot vom Vortag klein gewürfelt
  • Salz
  • 1 EL Butter
  • 1 Schalotte abgezogen, fein gewürfelt
  • 200 g Blattspinat
  • 2 Eier
  • 100 ml Milch
  • 20 g Semmelbrösel
  • 80 g Bergkäse gewürfelt

Gemüse

  • 2 Knollen Rote Bete
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 Schalotte
  • 10 bunte Cocktailtomaten
  • 1 große Hand voll Spinat
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer frisch gemahlen
  • 1/2 Bio-Zitrone Schale abgerieben
  • 2 EL Butter

Anleitungen

  1. Den Ofen auf 200° vorheizen. 

    Die Rote Bete Knollen ggf. waschen und mit 2 EL Olivenöl einreiben. In eine ofenfeste Form geben und ca. 1,5 bis 2 Stunden im Ofen weich backen. Zwischendurch ggf. wenden.

    Herausnehmen, abkühlen lassen und mit einem Gemüsemesser die Enden und die Haut abschälen. In Schnitze schneiden.

  2. Während die Rote Bete im Ofen sind die Knödel vorbereiten.

    Brotwürfel in einer Schüssel salzen.

    Den Spinat waschen und fein hacken oder im Mixer grob zerkleinern und zum Brot geben.

    In einer Pfanne die Butter erhitzen, die gewürfelte Schalotte anschwitzen, die Milch dazu geben, kurz erwärmen und mit den Brotwürfeln mischen. 

    Eier aufschlagen, verquirlen und zusammen mit den Semmelbröseln gut mit der Brotmasse verkneten. Die Käsewürfel ebenfalls einarbeiten.

    Mit angefeuchteten Händen Knödel formen.

  3. Einen Topf Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen, salzen und die Knödel dann ca. 15 Minuten sieden lassen - nicht kochen.

  4. Während die Knödel im Topf sind, das Gemüse fertig stellen. 

    Die Schalotte für das Gemüse abziehen und fein würfeln. 
    Die Cocktailtomaten halbieren oder vierteln. 
    Den Spinat waschen.

    In einer Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen, die Schalotte darin anschwitzen. Die Tomaten und Rote Bete dazu geben, dann den Spinat. Salzen und vom Herd nehmen, wenn der Spinat beginnt zusammenzufallen. Salzen, Pfeffern und Zitronenschale darüber reiben. 2 EL Butter untermengen und schmelzen lassen.

  5. Die Knödel aus dem Wasser nehmen, halbieren und mit dem Gemüse in tiefen Tellern anrichten. 

Disclaimer: Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Kellerei Kaltern. Die Weine der Kellerei und die Kellerei selbst werden explizit erwähnt und verlinkt. Auf den Inhalt des Artikels wurde kein Einfluss genommen.