Am letzten Wochenende hatte ich Freunde zu Besuch, die ich (und sie sich untereinander) schon seit gefühlten Jahrhunderten nicht gesehen hatte. Kochen sollte ich also, auch noch was ausgefallenes. Sie “essen alles” angeblich. Ok, schon mal gut (das zu sagen ist bei mir ggf. gefährlich) – und sie mochten Blauschimmelkäse, und diese ganz herrliche Terrine mit Mascarpone, Aprikosen, Pistazien und Haselnüssen. Dazu ein Salätchen. Ich hatte die Terrine zuvor noch nie gemacht, war also auch für mich ein Experiment (wie übrigens das ganze Menü). Sie war fabelhaft. Wirklich fabelhaft – und beinah schon peinlich einfach. Auch hier wieder der Beweis: In der Güte der Zutaten und der Einfachheit liegt wohl oftmals das Geheimnis und die Faszination.

Das Rezept für die Terrine habe ich in einem wunderbaren Terrinenbuch von Stephane Reynaud, dessen BBQ & Grill Buch ich im Zusammenhang mit dem Kokoshuhn auch schonmal vorgestellt habe. Es heißt Terrinen & Pasteten: Die 106 besten Rezepte und hält in der Tat viele schöne Ideen bereit – von denen ich zu meiner Schande bisher eben nur diese eine ausprobiert habe.

Terrine mit Blauschimmelkäse und Mascarpone

Mittelschicht aus Mascarpone, Aprikosen, Pistazien und Haselnüssen

Meine Terrinenform (die im übrigen auch noch drauf wartet einmal im Ofen eine warme Terrine beherbergen zu dürfen) ist ca. 30cm lang und war mit dieser Menge der Terrine ca. zur Hälfte voll. Das entspricht ca. 8 Scheiben.

150g Mascarpone mit ca. 35g gehackten getrockneten Aprikosen (die Menge nach Gusto nach oben korrigiert), 20g Pistazien, 20g Haselnüssen, etwas Meersalz und frischem gemahlenem Pfeffer geschmeidig rühren. 300g Fourme d’ Ambert (laut Rezept Gorgonzola, der Fourme d’Ambert ist mir allerdings über den Weg gelaufen, ist noch etwas aromatischer und besser schneidbar) in Scheiben schneiden. Die Form mit Frischhaltefolie auslegen. Die Terrine besteht aus 3 Schichten: unten Blauschimmelkäse, in der Mitte die Mascarpone-Masse, oben drauf noch einmal Blauschimmelkäse. Alles gut festdrücken und streichen und ab in den Kühlschrank damit. Nach ca. 2 Stunden ist die Terrine fest genug zum Schneiden denke ich, ich hatte sie ca. 4 Stunden drin. Lässt sich auch hervorragend für den nächsten Tag vorbereiten oder noch ein paar Tage länger aufheben wenn etwas übrig bleibt.

Für die Gewürznüsse (ursprünglich wollte ich gerne wie schon einmal Pekanüsse dafür verwenden – habe ich aber nicht bekommen) je 1 Hand voll Walnüsse und Paranüsse mit einer Mischung aus 1 TL Honig, 1 EL braunem Zucker und 1 EL Rapsöl und folgenden klein gemörserten Gewürzen vermengen: 2 Nelken, 1 Sternanis, 1/2 TL Koriandersamen, 1/2 TL Kreuzkümmel und eine Prise Zimt. Auf einem Backblech mit Backpapier gut verteilen und ca. 20 Minuten bei 150° karamellisieren lassen. Herausnehmen, abkühlen und hart werden lassen.

Für das Salatdressing Saft 1/2 Orange, 1 TL Dijonsenf, 1 TL Honig, Meersalz, frisch gemahlenen Pfeffer und Olivenöl gut vermischen. Ich habe einen schönen Mischsalat mit Spinat, Rauke, Brunnenkresse usw. gekauft und noch Chicorée dazu genommen. Natürlich tut es auch anderer Salat.

Terrine mit Aprikosen & Blauschimmelkäse

würzig, süß, fruchtig, fabelhaft

Den Salat im Dressing marinieren (finde ich ganz wichtig, das Dressing nicht auf dem Teller über den Salat zu schütten!), ein paar dünn aufgeschnittene Scheiben grünen Apfel drauf anrichten, mit Gewürznüssen bestreuen. Eine Scheibe von der Terrine, dazu französischen Baguette (oder auch Fladenbrot, habe ich am nächsten Tag ausprobiert, auch ganz wunderbar).

Eine Wucht. Süße Aprikosen, kräftiger Blauschimmelkäse, würzige Nüsse und der fruchtige Salat harmonieren einfach perfekt. Dazu hatten wir einen schon recht reifen Weißburgunder vom Weingut August Ziegler, hat sich sehr schön ergänzt.
Auch wenn noch viele weitere Terrinen ausprobiert werden möchten – diese kommt definitiv auf die “bald nochmal machen”-Liste. Dem Hauptgang (Lammkeule .. hmmm!) widme ich einen der nächsten Posts.

Das Buch