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Sauvignon Blanc aus Neuseeland, Sommersalate & Roastbeef oder Balkon-Traum-Sommer

Wir waren uns völlig einig: einen besseren Abend hätten wir für die Sauvignon Blanc Verkostung nicht wählen können. Vielleicht die laueste Sommernacht dieses Jahres bisher (wir sind ja – zum Glück! zur Zeit recht wetterglücklich in München) und drei sehr gute Sauvignon Blancs aus Neuseeland, die darauf warteten, probiert zu werden. Mit auf den Balkon durften außerdem ein paar sommerliche Kleinigkeiten, die nicht nur dem Wetter, sondern auch den Weinen gerecht wurden – so ein toller Wein will ja auch einen Gegenpart auf dem Teller haben.

Feigen, Süßkartoffeln, Ziegenkäse & schwarze Linsen
Fein zum Sauvignon: Feigen, Süßkartoffeln, Ziegenkäse & schwarze Linsen

Dass ich eine Vorliebe für Sauvignon Blanc, nicht unbedingt nur, aber irgendwie schon besonders für neuseeländischen habe, habe ich ja schon betont. Auf der ProWein Ende März habe ich so auch recht viel Zeit am Neuseeland-Stand und bei der Verkostung von Sauvignons und Pinots vom anderen (und sicher wundervollen) Ende der Welt verbracht. Im Nachgang kam ich nun in den Genuss, drei Top-Sauvignons auf meinem Balkon zu verkosten. Und ich kann vorweg nehmen: es war wunderbar, und hoch interessant. Auch die Gäste waren sehr angetan, so soll das sein.

Sommersalate, Roastbeef vom Ribeye und Linsen
Sommersalate, Roastbeef vom Ribeye und Linsen

Und bevor es zum in diesem Fall Wesentlichen kommt vielleicht noch ein kurzer Abriss über das Essen. Nicht nur wegen des tropischen Klimas zur Zeit, auch aus Kombinationsgründen mit dem Sauvignon habe ich zwar leichte und sommerliche – aber trotzdem Küche mit etwas Substanz gewählt. Wie bei einfach genießen gelernt: Frucht geht gut zu Frucht, Säure aber auch gut zu Süße, Käse, und allem was mit Eiweiß oder Fett ein bisschen ausgleichen kann. Es gab einen sensationell tollen Salat aus meiner neusten Kochbuch-Errungenschaft von Yotam Ottolenghi – Jerusalem: Das Kochbuch, der ebenso einfach wie genial ist: Süßkartoffelspalten in Olivenöl marinieren und im Ofen backen. Mit frischen Feigen anrichten. Chili und Frühlingszwiebeln in Olivenöl in der Pfanne leicht anschwitzen, über die Kartoffeln und Feigen geben, ebenso wie eine selbst gekochte Balsamico-Reduktion (oder in meinem Fall einfach “fertigen” sehr guten Balsamico-Essig. Nach Belieben Ziegenkäse drüber krümeln..

Süßkartoffeln & Feigen nach Ottolenghi
danach noch mit reifem Ziegenkäse toppen..
Sommersalat Pfirsich, Tomate, Avocado, Koriander

Dazu noch einen Sommersalat aus Chicorée, verschiedenen Tomatensorten, weißem Pfirsich und Avocado. Alles auf einer Platte anrichten und mit Korianderdressing (viel gehackter Koriander, Salz, Pfeffer, Limettensaft, Passionsfruchtessig und Olivenöl) beträufeln. Mit dem selben Dressing habe ich auch ein paar bissfest gekochte Belugalinsen angemacht. Außerdem gab es ein Roastbeef, das ich nach diesem Rezept zubereitet habe. Einziger Unterschied: ich habe diesmal Rib-Eye am Stück hierfür verwendet – was sich aus ausgezeichnet herausgestellt hat. Durch den höheren Fettanteil war das Fleisch sehr saftig und geschmackvoll. Die Fleisch-Qualität dazu noch ausgezeichnet, ich bin in den Genuss der Grill-Box von Tasty Box gekommen – zu der es allerdings noch einen eigenen Beitrag geben wird (ein bisschen Geduld bitte..).

Amisfield Sauvignon Blanc 2012 Central Otago Neuseeland
Amisfield Sauvignon Blanc 2012 Central Otago Neuseeland

Der erste unserer drei verkosteten Weine war zugleich der einzige der drei, der aus Central Otago stammt. Das liegt auf der Südinsel und ist im Gegensatz zu weiter nördlichen Teilen weniger mild und tropisch – gerade anders herum, als wir das gemein hin unter “Süden” verstehen. Ohne schon dort gewesen zu sein, kann ich das Klima vermutlich bedenkenlos als Kontinental bezeichnen – und vergleichsweise ausgewogen zwischen heißen Sommer und kalten Wintertagen. Dass sich das auch auf den Wein auswirkt liegt auf der Hand – und wird insbesondere bei der Verkostung der drei Weine deutlich. Die anderen beiden Weine stammen nämlich aus dem für Neuseeländischen Wein vielleicht bekanntesten Weinbaugebiet: dem Marlborough.

Der sehr frische, relativ geradlinige und eher subtil-fruchtige Amisfield Sauvignon Blanc 2012 aus Central Otago also hat uns gut gefallen. Ein für mein Empfinden sehr vielseitiger Wein, anpassungsfähiger Essensbegleiter und klassischer Sauvignon Blanc – ohne opulente tropische Frucht oder andere Ausschläge. Wir hatten unbewusst den Amisfield als ersten Wein im Glas gewählt, im Nachhinein gute sehr gute Wahl, haben wir uns doch tatsächlich von gesteigert auf der “mögen-wir-am-liebsten”-Skala.

Lawsons Dry Hill Sauvignon Blanc 2012 Marlborough Neuseeland

Als nächstes kam der Lawsons Dry Hill Sauvignon Blanc 2012, und wir waren im Marlborough angekommen. Deutlich mehr Frucht, trotzdem keine überladene Süße oder Blumigkeit. Frische und Zitrusaromen, aber auch die typische Erinnerung an Stachelbeere, Passionsfrucht – eben das, wofür die Marlborough Sauvignon Blancs so bekannt und auch beliebt sind. Dieses Tal, aus dem diese fabelhaften Weine kommen, muss landschaftlich und klimatisch tatsächlich atemberaubend sein.
Bedenkt man allein, welches paradiesische Klima solch feine Weine zum gedeihen bringen kann zieht es einen gedanklich in eine perfekte Welt in ein sonniges Tal mit betörend duftenden Blumenwiesen in allen Farben, umrahmt mit idyllischen Hügeln. Das besondere Klima verursacht in der Tat die Lage im Tal, das direkt mit dem Meer verbunden ist: frische Meeresbrise, geschütztes warmes Klima im Talkessel und gleichzeitig Fallwinde von den Bergen bieten genau die richtige Ausgewogenheit zwischen Hitze und Abkühlung, die diese faszinierende Mischung aus Frucht und Frische ermöglicht.
Der Lawson’s Dry Hill also hat uns sehr gut gefallen, und war ebenfalls eine schöne Kombination zu unseren fruchtig-pikanten Salaten. Mit seiner deutlichen Fruchtigkeit harmonierte er hier besonders gut – insgesamt wäre der Amisfield dafür sicher flexibler auch zu anderen Speisen einsetzbar.

Saint Clair Pioneer Block Sauvignon Blanc 2012 Marlborough Neuseeland
Saint Clair Pioneer Block Sauvignon Blanc 2012 Marlborough Neuseeland

Unser wirkliches Highlight war der Saint Clair Pioneer Block 2012. Ich kannte schon den “kleineren” Sauvignon Blanc von Saint Clair, der mir schon sehr gut gefällt. Der Pioneer Block ist wirklich ganz großes Sauvignon Blanc Kino, vielleicht der, der mir bisher von allen gekosteten am besten gefallen hat – gewissermaßen natürlich gemessen an Neuseeländischem Sauvignon Blanc. Er trägt all das, was beim Lawson’s Dry Hill schon schön war, auf ein noch etwas höheres Level: die Frucht ist subtiler und feiner eingebunden, die Harmonie des Weins in sich ausgefeilter und ein Stück eleganter. Auch zum Essen integriert er sich hervorragend, bleibt präsent ohne zu dominieren.
Ich habe mich ein bisschen verliebt und träume von einem Glas Pioneer Block im Lehnstuhl auf der Veranda im Marlborough.. oder natürlich auf meinem Balkon.

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