Ja, sorry – irgendwann musste sowas ja mal passieren. Das Rezept wie es gestern online gegangen ist war natürlich soo noch nicht fertig. Habe da wohl veröffentlichen mit speichern verwechselt.. die fleissigen RSS-Leser haben es bemerkt, ich gelobe Besserung. Deshalb jetzt nochmal richtig: gerade rechtzeitig vor Ostern mein Oster-Menü-Dessert, passend zum orientalischen Lamm im Hauptgang: Yufka-Teig Strudel mit Pistazien und Datteln und Vanille-Rosenblüten-Eis. Dazu Martin Müllen Riesling Spätlese ‘Kröver Paradies’ 2005 aus dem Oster-Wein-Paket von Wine in Black. Eis, Spätlese, Datteln, knuspriger Teig, warmer Strudel – sehr lecker.

Ich fange mal mit dem Eis an. Ich habe jetzt – juhuu! – eine Eismaschine. Auch die hat bisher zwar leider noch nicht zum Sommer vor dem Fenster beigetragen, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und freue mich auf einen Sommer mit super-easy-immer-schnell Eis. Als Menü-Abschluss ist Eis sowieso immer gut – Sommer hin oder her, da bin ich flexibel. Ich habe lange mit dem Gedanken gespielt eine Eismaschine zuzulegen und bin schon nach meinem ersten Eis überzeugt, dass ich die richtige Wahl getroffen habe. Es ist eine Unold Cortina geworden. Ich wollte unbedingt eine “richtige” Maschine ohne gekühlte Pads, bangen ob das Eis auch wirklich friert, usw. Also her mit der Kompressor-Maschine, bei der man sich auch mal eine Stunde vorher entscheiden kann, dass man gerne Eis haben möchte (sofern man jetzt keine Kreationen vor hat, die ein Vorkochen der Eismischung erfordern). Das Maschinchen hat seinen Weg zu mir just am Nachmittag des Pre-Easter-Dinners gefunden (der Bote hat *etwas* gegegrummelt – ganz schön schwer das Teil, und dann noch der 4. Stock..) und natürlich kam ich dann nicht mehr dran vorbei gleich einen ersten Versuch zu starten. Geglückt. Total cool.

Müllen Spätlese Kröver Paradies - Yufkateig Strudel

Martin Müllen Riesling Spätlese 'Kröver Paradies' 2005

Für das “schnelle” Vanilleeis-Grundrezept habe ich mich an die Angaben im beiliegenden Rezeptheftchen gehalten – mangels Zeit zur Recherche. Hat recht gut funktioniert. 125ml Milch, 375ml Sahne und 1 Ei vermischen. Laut Rezept 4 EL Zucker und 2 EL Vanillezucker dazu geben. Ich mache meinen Vanillezucker immer selbst in einem Glas Zucker, in dem ich bereits ausgekratzte Vanille-Schoten aufbewahre. Das gibt einen wunderbaren Vanillezucker Vorrat, der garantiert besser ist als jedes Tütchen. Ich habe auf die Menge 5 EL davon genommen. Außerdem ca. 1 TL zerbröselte Rosenknospen (die kaufe ich übrigens beim Kräutergarten – sehr gut sortierter Gewürze-Laden in der Münchner Innenstadt) und eine Prise Zimt.
Ab in das Maschinchen damit (oder in der Zwischenzeit im Kühlschrank kalt halten). Nach 50 Minuten ca. war das Eis servierfertig.

Für die Füllung des Strudels 150g Butter schmelzen und ein paar Löffel beiseite stellen – die werden später zum Bepinseln benötigt. Etwas abkühlen lassen und mit ca. 50g Puderzucker und 1 Ei verrühren. 4 EL Pistazien hacken und 1 Hand voll Datteln klein würfeln und mit untermischermischen. 3 zerbröselte Rosenblütenknospen, etwas Zimt, Kardamom oder andere Gewürze nach Geschmack hinzu geben.

Den Strudel habe ich zugegebenermaßen sehr freestyle konstruiert. Zwei Yufkateigblätter (frisch aus dem türkischen Supermarkt oder auch gefroren und aufgetaut) als Basis mit Füllung am Rand, einmal eingeschlagen, mit Butter bestreichen und ein weiteres Blatt drauf legen, wieder mit Füllung, Rollen, Blatt und Butter weiter verfahren bis ein kleiner Strudel entstanden ist. Von außen noch mal mit Butter bestreichen, mit braunem Zucker und Rosenblättern bestreuen und bei 190° etwa 20 Minuten goldgelb backen.
Kurz abkühlen lassen und beim schneiden drauf achten, dass nicht zu viel abbröselt.

Yufkateig Strudel mit Pistazien und Datteln

Rosenblüten und brauner Zucker als Kruste auf dem Strudel

Martin Müllens Riesling Spätlese 2005 aus der Einzellage “Kröver Paradies” hat sehr schön zum Dessert harmoniert. Saftig und dicht und mit viel Frucht in der Nase ist sie ein kräftiger Gegenspieler zu den orientalischen Noten. Die spürbare Säure und leichte Frische umspielen die Süße der Datteln und des Eises – ohne dass die Kombination von allem gleich zu süß wird und ihre Würze und Honignuancen spannen einen angenehmen Bogen zwischen den Komponenten. Ein feiner Abschluss – leider viel zu schnell leer gewesen..

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