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Klingenberger Spätburgunder & T-Bone Steak – das Beste aus Franken & Irland

Meine erste wirklich bewusste Begegnung mit Deutschem Spätburgunder liegt (nur) fast zwei Jahre zurück. Auf der (ersten!) WineVibes in München, auf der ich noch den Fehler gemacht habe, von Station 1-25 nach System vorzugehen, bzw. vorgehen zu wollen, lag ungefähr in der Mitte des Weges der Stand von Benedikt Baltes vom Weingut Stadt Klingenberg. Sein Spätburgunder hat mich damals umgehauen, fasziniert und blieb mir als einer der wenigen, wenn nicht als der einzige Wein des Abends ganz deutlich im Gedächtnis (was bei der Vielfalt in mehrerlei Hinsicht was heißen mag.) Sehr lange hat es auch nicht gedauert, bis ich in Franken also ein Kistchen Spätburgunder bestellt habe – mein erster, mittlerweile durchaus aber nicht letzter deutscher Spätburgunder im heimischen Glas und Keller.

Es braucht nur ein paar google-Minuten oder Klicks über die – übrigens sehr schöne – Homepage des Weinguts Stadt Klingenberg in Franken um zu erkennen, dass ich nicht die einzige bin, die einen Narren an Benedikts Weinen getrunken hat. Entdeckung des Jahres, Spätburgunderpreise, Erwähnung in diversen WineGuides, Rotweinpreis und weitere sind hier zusammengefasst. Das bemerkenswerte ist, dass die Geschäfte im Gut und im Weinberg in Klingenberg erst seit wenigen Jahren in den Händen von Benedikt Baltes liegen. Das überaus traditionsreiche Gut wurde im Jahr 2010 privatisiert. Seither liegt der Fokus auch auf der Sanierung und Rekultivierung der denkmalgeschützten Terrassen des Klingenberger Schlossbergs. Bisher hatte ich leider noch nicht die Gelegenheit für einen persönlichen Besuch samt Kamera, die Bilder sehen aber so aus, als wäre das unbedingt nachzuholen.

T-Bone Steak, Wildkräutersalat, Auberginenpüree, Pilze
T-Bone Steak, Wildkräutersalat, Auberginenpüree, Pilze

Zurück also zum Spätburgunder. Ich habe manchmal den Eindruck, als hätte der Spätburgunder in unseren Landen irgendwie einen schlechten Ruf. So wie überhaupt Deutscher Rotwein manchmal mit “in Deutschland gibt’s doch keinen guten Rotwein” verrufen wird. Das kann ja nur davon kommen, dass er nie probiert worden ist – und ja: wenn ich mich so umsehe auf Weinkarten, in Weinregalen von Freunden und Bekannten und im Feinkostladen nebenan – da tummeln sich Rotweine aller Herrn Länder, aber keine Franken. Oder Badenser, oder andere näher liegende Gefilde. Das sollte sich ändern finde ich, irgendwoher müssen ja die Gründe für Sprüche wie “das Gute liegt so nah” kommen.

So ist der Klingenberger Spätburgunder – in diesem Fall übrigens der Ortswein, noch kein Lagenwein oder Großes Gewächs – an diesem Abend, als Petra von Der Mut anderer und ich es uns wirklich gut gehen ließen, der Wein unserer Wahl zum Hauptgang. Nicht, dass er nicht auch ohne Begleitung auf der Couch mit einem Filmsoundtrack und ein paar Kerzen eine hervorragende Figur abgeben würde. Aber zu diesem wirklich ausgezeichneten T-Bone Steak von Irish Beef hat er einfach ganz vorzüglich gepasst. Aromatisch und durchaus mit Kraft umspielt er das Gericht elegant, anstatt es zu dominieren oder gar die Feinsinnigkeit der Komponenten zu verdrängen. Der im Gegensatz zu üppig-marmeladigen Rotweinen, die einen auch auf der Couch nach einem halben Glas ausnocken, schlanke und eher kühle Stil geht Hand in Hand auch mit den relativ pur belassenen Beilagen auf dem Teller. Und auch nach dem Essen (wenn denn dann noch etwas übrig ist in der Flasche) trinkt sich der unglaublich sympathische Franke angenehm weiter, hiervon darf es jederzeit auch ein zweites (oder drittes?!) Glas sein, ohne mit dem Rotwein-Sirup-Hammer erschlagen schon unterm Tisch zu liegen. Einfach herrlich!

Das Steak haben wir in der Grillpfanne mit etwas Öl sehr heiß von beiden Seiten angebraten, bevor es mit samt der Pfanne ca. 10 Minuten bei etwa 140 Grad in den Ofen durfte. Kurz vor dem Ofenbesuch grob geschnittene Kräuterseitlinge und / oder Steinpilze mit in die Pfanne werfen. Nach 5 Minuten haben wir das Fleisch im Ofen einmal gewendet, weil die Pfanne von unten doch noch um einiges nachheizt. Die Qualität des Fleischs war wirklich vorzüglich, es zerging auf der Zunge und lies sich fast ohne Flüssigkeitsverlust zubereiten. Meersalz und Pfeffer bescheren Fleisch und Pilzen die nötige Würze.

T-Bone Steak vom Irish Beef & Klingenberger Spätburgunder
T-Bone Steak vom Irish Beef & Klingenberger Spätburgunder

An den Wildkräutersalat kam ein Dressing aus Zitronensaft, Passionsfruchtessig, Olivenöl, etwas Honig, Meersalz und Pfeffer. Außerdem gab es noch einen Klecks Auberginenpüree für jeden. Die Auberginen hierzu halbieren, einschneiden und mit reichlich Olivenöl bestreichen, mit Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer würzen und ca. 45 Minuten unter dem Backofengrill weich garen, danach aus der Schale kratzen, mit ein paar angerösteten Pinienkernen vermenten und ggf. nachwürzen.

Der Klingenberger Spätburgunder ist für ca. 18 Euro direkt ab Weingut, bei einschlägigen Händlern oder online zu erstehen, es lohnt sich.

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8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • […] Auberginen wollte ich schon lange wieder, zuletzt hatte ich sie auf diese Art zubereitet mit Annette zum Steak gegessen. Nur die Pinienkerne habe ich weggelassen, ich war mir schon nicht sicher, wie […]

    Antworten
  • […] dem T-Bone Steak mit Annette kam heute aus dem Probierpaket von Irish Beef das Entrecôte an die Reihe. Wie schon […]

    Antworten
  • Spätburgunder und überhaupt Rotweine aus Deutschland haben ihren schlechten Ruf doch schon vor längerer Zeit abgelegt. Deine Beobachtungen kann ich so nicht ganz nachvollziehen. Hier in Stuttgart finden sich sehr viele Rotweine aus Württemberg, aber natürlich auch aus der Pfalz und anderen südwestdeutschen Regionen. Franken und Sachsen finden sich tatsächlich häufiger, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass sie noch weniger Ertrag produzieren und das meiste für den “Eigenbedarf” bestimmt ist.

    “Badenser” würde ich übrigens nicht zu laut sagen, es könnte ja ein Badener mitlesen.

    Im Gegenteil, die Nachfrage nach guten Spätburgunder aus Deutschland wird immer größer, was die Preise deutlich ansteigen lässt. Mein Weinhändler beschwert sich schon darüber, dass manche Flasche die 30/40 Euro Marke überspringt und damit eigentlich zu teuer wird.

    Ansonsten kann ich deine Vorliebe für Spätburgunder sehr gut verstehen. Ich mag Burgunderrebsorten auch am meisten und finde fruchtige Noten in Roten sehr unterschätzt.

    Antworten
    • Du hast recht – ich denke gerade in Kreisen, die sich für (deutschen) Wein interessieren und sich mit dem Thema auseinander setzen ist der schlechte Ruf abgelegt, was ja schön ist. Trotzdem begegnen mir (nicht nur aber auch in München) immer wieder Vorurteile gegenüber dem deutschen Rotwein, was daran liegen mag, dass wir nicht von Weingütern und deren Erzeugnissen umgeben sind und auch die Weinkarten zumindest zu großen Teilen von italienischen Weinen beherrscht werden. Auch das lässt sich sicherlich ändern mittel- bis langfristig.
      Die Badener merke ich mir in jedem Fall für’s nächste Mal ;)
      viele Grüße
      *annette

  • Hannelore Sandner
    10 Okt ’13 05:46

    Der Klingenberger Spätburgunder hört sich ja sehr gut an, den probieren wir mal zusammen auch mit einem T-Bone Steak.

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  • Das war ein sehr schöner Abend mit tollem Fleisch und Wein, vor allem Deine Auberginen-Beilage muss ich unbedingt machen. Blogge dann ich demnächst…..

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