Unter “ach, das ist doch der bayerische Japaner” hatte ich vom Nomiya schon einige Male was gehört. Dort war ich bisher nie – das hätte mir nicht passieren sollen. Aber besser spät als nie heißt es ja. Hiermit habe ich’s bereits vorweg genommen: das Nomiya ist eine unbedingte Empfehlung. Für jeden, der gerne japanisch isst (nicht nur Sushi) – und gerne Bayerisches Bier trinkt. Oder beides. Und für jeden der gerne eine wunderbaren Abend in einer unglaublich urig-gemütlichen Umgebung verbringen will.

Sushi - Nomiya München

Sushi

Das Nomiya ist tatsächlich ein bayerischer Japaner – so seltsam sich das anhört, es beschreibt die Lokalität ganz gut. Alte Holzmöbel, Eckbänke, Hirschgeweihe und eine gewisse Urigkeit, die man sonst von alteingesessenen bayerischen Wirtschaften kennt – und an ihnen so mag. Der Raum ist viel kleiner als vermutet, daher ist eine Reservierung gerade mit mehreren Leuten durchaus angebracht denke ich. Wir waren zu zweit – und für eine Reservierung zu spät dran. Hin sind wir trotzdem und haben direkt an der Sushibar einen schönen Platz bekommen, ging also auch ohne. Sushi-Bar und auch der Yakitori-Grill sind mitten in dem kleinen Wirtsraum integriert – hier sitzt man nicht nur direkt an der Quelle sondern kann auch wunderbar zusehen wie die ganz offensichtlich total frischen Zutaten für die kleinen Spießchen und das Sushi ihren Weg zuerst auf Grill und dann auf Teller finden.

Spinatsalat mit Sesam - Nomiya München

zarter Spinat mit Sesam

Bei den Getränken fällt die Auswahl auf der insgesamt angenehm übersichtlichen Karte schwer zwischen Sake oder frisch gezapftem Kellerbier. Meine Wahl fällt ganz gegen meine Gewohnheiten auf das Bier (was sich im Hinblick auf weiter Cocktailstationen in Haidhausen im Nachhinein auch als sinnvoll erweist). Weiterhin soll es ein Yakitori-Spieß vom Oktopus sein, ein bisschen Sushi und mein geliebter Spinatsalat mit Sesamsauce: Horenso Gomaae.

Oktopus Yakitori - Nomiya München

Oktopus Yakitori

Das Essen ist leicht zu beschreiben – es war super. Der Spinat zart, der Thunfisch in der Bosten Roll super frisch und der Oktopus am Spießchen weich und gut gewürzt. Auch die Miso-Suppe und die Hühnerbrust-Spießchen meiner Begleitung konnten sich durchaus sehen lassen (zum Probieren kam’s leider nicht – scheint also umso leckerer gewesen zu sein). Die Sojabohnen waren einfach fabelhaft, schön salzig und noch bissfest.
Der Herr am Nebentisch hatte auch was ganz interessantes von der Tageskarte: einen ganzen, getrockneten Tintenfisch, platt gedrückt (tatsächlich hauchdünn) und nochmal auf den Grill gelegt (wie gesagt – die Aussicht auf den Grill war super). Den hat er dann mit einer Majonaise bekommen, und einer Erklärung wie er zu essen war – nämlich in kleine Fetzen gerissen. Gemerkt: nächstes Mal auch was ausgefallenes von der Tageskarte nehmen.
Wir haben ja eher konservativ japanisch gewählt, die Möglichkeit zu Nürnberger Rostbratwürsten am Yakitori-Spiß bestände hier übrigens genauso. Auch Halloumi und diverse Gemüsesorten für die vegetarische Fraktion.

Alles in allem: ein Besuch im Nomiya kann einfach nur ein gelungener Abend mit Gaumenfreude werden. Unbedingte Hin-Geh-Empfehlung mit Wiederholungsfaktor.

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