Ist schon ein paar Tage her, da musste ich einfach so tun als wäre wirklich schon Frühling. Ist ja auch. Ganz sicher. Also Tulpen gekauft (die müssen sein sobald und solang es sie gibt), Zitronen, wunderschöne Birnen. Was schnelles zur Vorspeise sollte es sein – da kam der Ziegenkäse im Kühlschrank gerade recht. Ab in den Ofen damit, gut dass im Kühlschrank ebenfalls noch einer der Weißweine aus dem Friaul auf eine adäquate Speise zum Begleiten gewartet hat. Der Lis Neris Gris ist ein 100%iger Pinot Grigio und stellte sich als ganz wunderbar passend zur Ziegenkäse-Kreation heraus.

Lis Neris Gris und gebackener Ziegenkäse

kräftiger Ziegenkäse mit Begleitung aus dem Friaul

Eine Scheibe Ziegenkäserolle (darf ruhig ein kräftiger, relativ fester sein) in eine kleine ofenfeste Form legen. Dünne Scheibchen Birne aufschneiden und außen herum drappieren. Mit Thymian und Rosmarin bestreuen und mit 2-3 EL Honig und 3-4 EL Olivenöl beträufeln. Zitronenschale und ein wenig frischen Ingwer drüber reiben und bei 200° im Ofen ca. 10 Minuten backen, danach noch den Grill anstellen bis der Käse goldgelb ist.
Mit getoastetem Brot (oder natürlich auch Baguette), frisch gemahlenem Pfeffer, Meersalz und einem Glas Weißwein servieren.

Lis Neris Gris aus dem Friaul

Lis Neris Gris Pinot Grigio 2010

Trotz dem Ausbau im französischen Holzfass ist der Lis Neris Gris sehr frisch und hat eine kräftige Säure, die sich bei im Holzfass ausgebauten Weinen ja auch gerne schon mal etwas im Hintergrund hält. Laut Weingut hat der Gris ein Lagerpotential von 6-10 Jahren, ist also im 2010er Jahrgang momentan auch noch recht jung. Auch seine 13,5% Alkohol sind durchaus präsent, was ihn für mich kombiniert mit seiner Kraft am Gaumen besonders zu würzigen Speisen zu einem idealen Begleiter macht, die gern einen starken Gegenpart haben – so wie der gebackene Ziegenkäse. Die süße Ausgewogenheit, die Honig und Birne mitbringen harmonieren schön mit den fruchtig-grasigen Noten vom Pinot Grigio und die gebackenen Kräuter kitzeln auch aus dem Gris eine leichte Würze am Gaumen hervor.
Online habe ich den Wein ab 17,50 Euro gesehen.

Das Friaul birgt neben einer einzigartigen Landschaft (und sicher auch wegen der einzigartigen Landschaft und des damit einher gehenden Klimas) offenbar auch sehr interessante und spezielle Weinentdeckungen. Was ich unbedingt demnächst versuchen muss ist ein Sauvignon Blanc mit friauler Wurzeln, wo der doch zu meinen Lieblings-Rebsorten zahlt. Mit eigenen Augen konnte ich mich bisher zwar nicht von der Schönheit der Region überzeugen – kann mit so einem Wein in der Nase die Sonne dort aber förmlich aufgehen riechen, wisst Ihr was ich meine?

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