Diese Woche gibt es bei mir Salat, Radieschen, Kohlrabi, Kresse, Kartoffeln und Spinat. Saison und Region sind auf dem Teller längst nichts Ungewöhnliches mehr, zum Glück. Das mag der eine oder andere inflationär oder ein bisschen zu modisch finden – dadurch verliert es aber nichts an Wert. Nach Saison kochen, das kann herausfordernd sein, wenn nicht die Lust auf Avocados sondern das Sprießen des Spinats den Speiseplan bestimmt. Oder die Rüben im Winter. Ich selbst bin seit November Mitglied im Kartoffelkombinat. Das ist mehr als eine schnöde Bio-Kiste für deren Inhalt man auch in den Bio-Markt um die Ecke gehen kann. Als Genossenschaft ist jedes Mitglied aufgerufen sich zu beteiligen, und zwar über den Konsum des Gemüses hinaus. Wunderbar sehen kann man das in diesem Film (übrigens auch von einem Kartoffelkombinat-Mitglied gedreht):

KARTOFFELKOMBINAT (4.5k UHD Master 2014) from FIELD OF VIEW . FILM on Vimeo.

Und tatsächlich ist das so: ich habe vorher schon saisonal gekocht und eingekauft, keine Frage. Seit ich mein Gemüse aber einmal die Woche abhole und meinen Kühlschrank mit dem befülle, was die Natur in der Kartoffelkombinat-Gärtnerei so vollbracht hat seit der letzten Lieferung sieht das nochmal ganz anders aus. Und siehe da, auch im Winter hatte das nichts mit kargen Zeiten zu tun, im Gegenteil. Herrlichsten Feldsalat, Rote Bete, Äpfel – und auch aus Kohl kann man ziemlich Gutes zaubern, wenn man sich denn Mühe gibt.

Sich Mühe zu geben, ich glaube daran hapert es leider in vielen Haushalten. Das ist alles “Aufwand” und “zu stressig” – sich Gedanken darüber machen was man wo einkauft und ob das dann auch noch gut ist, am Ende müsste man sogar kochen! Ja, so ist das in der Tat, von nix kommt auch hier nix. Aber wäre es das nicht wert, ein paar Gehirnzellen in Gang zu versetzen darüber, was man dem eigenen Körper als Treibstoff zuführt – oder ob es wirklich schon wieder nur Zucchini sein müssen? Die Alternative von fertigen, gespritzten oder künstlichen Lebensmitteln mögen auf den ersten Blick bequemer sein, aber so richtig gut haben die auch noch keinem getan.

So sehr das Thema “Saisonalität und Regionalität” gerade “in Mode” sein mag – neu ist es nicht, nur wieder neu entdeckt. Und da dürfen ruhig auch viele Leute drüber sprechen. Gut hat mir deswegen auch der Saisonkalender im Frühlingsguide von Westwing gefallen. Ich würde den vielleicht noch um ein paar Dinge ergänzen, aber schon mal mit dem Basis-Set an Saison in der eigenen Küche anzufangen ist in jedem Fall besser, als aus welchen Gründen auch immer den Griff zum immer-gleich-Gemüse zu machen.

Saisonkalender März, April, Mai

März und April sind jetzt zwar schon vorbei, der nächste Frühling kommt aber bestimmt und zum Beispiel der Spinat und Bärlauch gibt es nach wie vor. Und den Spargel versteht sich! Im eBook finden sich auch ein paar Rezepte zur weiteren Verarbeitung der im Kalender präsenten Sorten, zum Beispiel von Cornelia Poletto, Andi Schweiger und zorra.

Kresse, Salat, Kohlrabi vom Kartoffelkombinat

Hinweis: Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Westwing.de entstanden, der Saison-Kalender wurde in diesem Rahmen zur Verfügung gestellt.