Die einfachen Dinge sind oft die besten, das hatten wir ja schon. Ein paar einfache Dinge kombiniert sind sogar noch besser – finde ich. Dass meine halb zufällige, halb geplante Kombination so gut gepasst hat, hat mich selbst ziemlich positiv überrascht. Nicht, dass ich dachte das schmeckt nicht – aber es freut natürlich, wenn der Geschmack ein Aha-Erlebnis auslöst, obwohl man ja weiß, was genau auf dem Teller ist. In diesem Fall waren das: Babyspinat, Auberginenmousse & pochiertes Ei. Als Tüpfelchen auf dem i – oder Ei, je nachdem: frisch gemahlener tasmanischer Bergpfeffer und Radieschenspossen. Das war wirklich sensationell lecker – auch die Kombination davon. Kann ich nur und unbedingt empfehlen.

Auberginenmousse – Auberginenkaviar, wie immer man das nennen möchte, habe ich zuvor noch nie gemacht. Zeit wurde es längst, ich liebe nämlich Auberginensalat (um noch einen Namen zu nennen, wie heißt das jetzt eigentlich richtig?!) aus gegrillten Auberginen. Und auch wenn die Auberginen mit Granatapfel und Buttermilchsauce vom Prinzip in die Richtung gingen, ein richtiges Mousse sollte her, und zwar gleich. In den vorgesehenen Hauptgang (der wegen Leckerheit unfotografiert blieb – es gab Hüftsteaks vom Simmentaler Rind, Süßkartoffeltaler und Gurken-Ingwer-Salat mit roten Zwiebeln, vielleicht hole ich das Bild bei nächster Gelegenheit nach) passten die Auberginen nicht so recht, also wollte eine kleine Vorspeise gefunden werden. Eine Tüte Babyblattspinat hatte ich noch im Kühlschrank, der war allerdings schon nicht mehr schön genug zum “roh” essen, also habe ich ihn warm zubereitet. Würzigkeit und auch die weiche Konsistenz mit einem leichten Sößchen haben sich ganz wunderbar mit der Aubergine ergänzt.

Babyspinat, pochiertes Ei

Babyspinat, gegrillte Aubergine, pochiertes Ei, Radieschensprossen

Für 2 Personen
Eine Aubergine von allen Seiten mit einem scharfen Messer einstechen und bei ca. 230° unter dem Backofengrill 1 Stunde rösten. Dabei ab und zu wenden und das Backblech am besten vorher mit Alufolie auskleiden. Leicht auskühlen lassen, der Länge nach aufschneiden und mit einem Löffel das weiche Fruchtfleisch herauskratzen. Auf einem Sieb auskühlen und abtropfen lassen. Danach mit Zitronensaft, Olivenöl, Meersalz und Pfeffer würzen. Wie auch im Spinat und auf dem Ei habe ich hier frisch gemörserten tasmanischen Bergpfeffer (gibt es z.B. bei Rimoco) verwendet. Der ist ganz fantastisch weil hocharomatisch mit subtiler Schärfer und leicht zitroniger Note.

Auch der Spinat kommt mit einem Minimum an Zutaten aus. Eine kleine Zwiebel würfeln, eine große Zehe Knoblauch ebenfalls klein schneiden, in reichlich Olivenöl anbraten, 2 Hand voll Babyspinat dazu geben und unter rühren ein paar Minuten weich werden lassen. Mit je einem Schluck Weißwein und Sahne aufgießen, kurz einreduzieren und mit Meersalz und Pfeffer abschmecken.

Die Eier etwa 4 Minuten pochieren, sodass das Eigelb wachsweich ist. Für die Technik bitte ich nach wie vor, Youtube Videos zu konsultieren – ich selbst habe noch nicht die perfekte Methode herausgefunden muss ich zugeben, aber es wird.

Spinat, Auberginen und Ei aufeinander anrichten, mit Radieschensprossen (oder anderen – die geben einen schönen, leicht scharfen Kontrast und auch etwas “Crunch”) und frisch gemörsertem Pfeffer sowie Meersalzflocken bestreuen.

Dazu hatten wir einen feinherben Riesling Kabinett von der Mosel – in den man sich einfach nur verlieben kann. Unbedingt probieren, am besten an einem lauen Sommerabend (oder zu Auberginen mit Spinat und pochiertem Ei).
Günther Steinmetz Riesling Kabinett feinherb ‘Brauneberger Juffer’ 2011
zu bekommen z.B. aktuell bei Wine in Black für nur (und das meine ich wirklich so, ich glaube ich bestelle noch ein paar Flaschen davon..) 7,95 Euro

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